23.10.2014

Strafbefreiende Selbstanzeige - der Weg zum rettenden Ufer wird schwieriger

Entsprechend ihrer Ankündigung hat die Bundesregierung die Rahmenbedingungen für eine strafbefreiende Selbstanzeige neu festgelegt und damit eingeschränkt. Sollte der Gesetzes-Entwurf planmäßig zum 01.01.2015 umgesetzt werden, wir die sog. strafbefreiende Selbstanzeige, d.h. die Nacherklärung bisher gegenüber dem Finanzamt nicht erklärter Einkünfte, nur noch unter zusätzlichen Voraussetzungen möglich sein. Wesentlich ist insbesondere, dass eine Strafbefreiung nur noch dann möglich ist, wenn alle festsetzbaren Steuern nacherklärt werden. Dies kann berechnet vom Zeitpunkt der Nacherklärung bis zu 13 Jahre zurückreichen. Bei bestimmten ausländischen Kapitaleinkünften, die den Finanzbehörden bislang nicht bekannt waren, wird sich dieser Berichtigungszeitraum auf über 20 Jahre erstrecken. Die mit der nachzuzahlenden Steuern ebenfalls fällig werdenden Hinterziehungszinsen können dabei betragsmäßig die hinterzogenen Steuern bei Weitem überschreiben. Ferner ist ab 25.000,00 € hinterzogener Steuern für die Strafbefreiung ein sog. Zuschlag zwischen 10 und 20 % des hinterzogenen Betrages an den Fiskus zu bezahlen.

"Es ist daher Zeit zu handeln, sofern die jetzt noch geltenden Regularieren der strafbefreienden Selbstanzeige ausgenutzt werden sollen", so Rechtsanwalt Dr. Hattler, Anwaltskanzlei Hirt + Teufel, Rottweil.